Tod und Sterben gehören zu den großen Themen der Philosophie, Theologie und Medizin. Sie gehen jeden Menschen an, sind aber rational nicht auflösbar und schwer zu fassen. Auch werden sie heute mehr denn je verdrängt. Unterschiedliche Kulturen beschäftigen sich auf verschiedene Art mit ihnen und gelangen dadurch zu anderen Einstellungen zum Sterben. Ein Vergleich verschiedener Religionen kann Argumente für die größte Herausforderung eines jeden Menschen liefern, sich mit seinem eigenen Sterben auseinander zu setzen.
In der säkularisierten westlichen Welt wird angesichts eines von der Gerätemedizin bestimmten Sterbens intensiv darüber nachgedacht, wie Menschen in Würde und selbstbestimmt sterben können. Eine immer älter werdende Bevölkerung beschäftigt sich zunehmend mit Fragen wie Sterbehilfe auf der einen und Leben bis zum biologisch vorgezeichneten Ende auf der anderen Seite. Vor allem wird nach Alternativen gesucht, die dem Todgeweihten ein natürliches Sterben ohne Schmerz, Verzweiflung und Einsamkeit ermöglichen. Die Frage nach der Würde am Lebensende steht immer mehr im Zentrum von Überlegungen, die zur Zeit in Europa unter dem Stichwort der Euthanasie kontrovers diskutiert werden.
Sicher werden die Vorträge und Diskussionen hier einige Entscheidungshilfen geben. Damit wäre die Absicht der Ulmer Denkanstöße erfüllt.
Veranstaltungsort ist das Ulmer Stadthaus
Film
Xinedome, Am Lederhof 1
18.30 Uhr Das Meer in mir
von Alejandro Amenábar (Spanien, Frankreich, Italien 2004)
Ramón träumt sich ins Meer, wann immer es ihm die Fantasie erlaubt.
Er liebt das Meer, auch wenn es ihm fast das Leben nahm. Vor 27 Jahren
hatte er einen Unfall – seither ist er querschnittsgelähmt. Seit 27 Jahren
möchte er, dass auch sein Kopf sterben kann. Aber für den Tod würde er
Hilfe brauchen. Ramón lebt im Haus seines Bruders. Er hat Freunde, die ihn
lieben und die er liebt, auch wenn er lieber sterben würde. Und er weiß,
dass ihm dabei nur der Mensch, der ihn wirklich liebt, helfen wird.
Information und Kartentelefon: 0731/14020-0Eintritt frei, Spenden zu Gunsten des Hospiz Ulm e.V. sind erwünscht.
Stadthaus Ulm, Münsterplatz 19.30 Uhr
Grußwort
Dr. Annette Schavan
Schirmherrin der Ulmer Denkanstöße, Bundesministerin für Bildung und Forschung
Begrüßung
Ivo Gönner
Oberbürgermeister der Stadt Ulm
Senator E. h. Thomas Renner
Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Baden-Württemberg eG
Prof. Dr. Karl-Joachim Ebeling
Präsident der Universität Ulm
Eröffnungsvortrag
„Zum Umgang des Menschen mit der letzten Grenze
seines Lebens – die Verschiedenartigkeit kultureller
und individueller Antworten“
(mit musikalischen Einlagen)
Prof. Dr. Andreas Kruse
Direktor des Gerontologischen Instituts der Universität Heidelberg
Musikalische Umrahmung: Symptod – lyrik, visuals,
livemusik mit Udo Eberl, Fried Dähn, Friedrich Glorian
und haegar
Eintritt frei
Münsterführung
Treffpunkt: im Eingangsbereich des Ulmer Münsters
13.30 Uhr
„Kein blyben ist in diser zytt“. Vom Umgang mit dem Tod im spätmittelalterlichen Ulm
Führung mit Kathrin Schulthess
Die religionsgeschichtlich geprägte Führung thematisiert die Haltung der
Menschen im späten Mittelalter zu den vier letzten Dingen, d. h. zu Tod,
Weltgericht, Himmel und Hölle und beschreibt außerdem die Möglich-
keiten der sog. „Jenseitsvorsorge“, mit denen die Menschen damals
hofften, den Verbleib der Seelen im Jenseits beeinflussen zu können.
Vom Umgang mit Sterben und Tod in Geschichte, Kultur und Gegenwart
Stadthaus Ulm, Münsterplatz
15.00 Uhr
Grußwort
Prof. Dr. Dieter Beschorner
Sprecher des Vorstandes des Humboldt-Studienzentrums der Universität Ulm
15.15 Uhr – 16.45 Uhr
„Euthanasie zwischen Lebensbeendigung und Sterbebegleitung“
Prof. Dr. Dietrich von Engelhardt
Direktor des Instituts für Geschichte der Medizin, Universität München
„Leben bis zuletzt – Sterben in Würde“
Prof. Dr. Alexander Bosse
Ärztlicher Direktor des Instituts für Pathologie am Klinikum Stuttgart
17.00 Uhr – 18.30 Uhr
Impulsreferate und Podiumsdiskussion
„Einstellung zum Tode im Judentum“
Prof. Dr. Robert Jütte
Robert-Bosch-Stiftung Stuttgart
„Tod und Sterben im Islam und ihre Bedeutung für ethische Entscheidungen am Lebensende“
Dr. Dr. Ilhan Ilkilic
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
„Buddhistische Perspektiven auf Tod und Sterben in China“
Dr. Ole Döring
GIGA-Leibniz-Institute for Asian Studies, Hamburg
„Leben aus dem Tod. Die christliche Sicht des Sterbens“
Pater Anselm Grün OSB
Benediktinerabtei Münsterschwarzach
Moderation: Pfarrer Dr. Jochen Wagner
Studienleiter Evangelische Akademie Tutzing
Eintritt frei
Konzert
Stadthaus Ulm, Münsterplatz
20.00 Uhr „Tag der Jahreszeit – Ein Wintertag“
aus der Reihe „Classic experience“ mit Artisfact
Sprecher: Clemens Grote
„Ein Wintertag“ beschreibt mit klassischer Musik und literarischen
Auszügen den Abschnitt aus dem Lebenszyklus eines Menschen.
Herbststürme haben alles Unwesentliche verweht und auf das
Bleibende reduziert. „Ein Wintertag“ – Symbol für Neuorientierung.
Heiter und zugleich nachdenklich lädt er ein, atmosphärische Dichte
mit allen Sinnen zu erleben.
Das Konzert zu Gunsten des Hospiz Ulm e.V.
kostet 9 EUR (erm. 7 EUR) Eintritt
Information und Karten: 0731/161-4701
Stadthaus Ulm, Münsterplatz
15.30 Uhr
Grußwort
Sabine Mayer-Dölle
Bürgermeisterin der Stadt Ulm für Kultur, Bildung und Soziales
„Tod und Sterbehilfe im internationalen Vergleich“
Prof. Dr. Wolfgang van den Daele
Direktor der Abteilung Zivilgesellschaft und transnationale
Netzwerke, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
„Würde am Lebensende – zur Frage des selbstbestimmten Sterbens“
Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe
Präsident der Bundesärztekammer, Berlin
„Die Würde des Menschen im Kontinuum der fortschreitenden demenziellen Erkrankung aus medizinischer Sicht“
Prof. Dr. Dipl.-Phys. Matthias W. Riepe
Leiter Sektion Gerontopsychiatrie, Universität Ulm
ab 18.30 Uhr
Würde am Lebensende?
Podiumsdiskussion mit
• Sabine Mayer-Dölle
Bürgermeisterin der Stadt Ulm für Kultur, Bildung und Soziales
• Claudia Schumann
Geschäftsführerin Hospiz Ulm e.V.
• Prof. Dr. Wolfgang van den Daele
Direktor der Abteilung Zivilgesellschaft und transnationale Netzwerke, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
• Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe
Präsident der Bundesärztekammer, Berlin
• Prälatin Gabriele Wulz
Prälatur Ulm
• Dr. Kurt F. Schobert
Geschäftsführer der Gesellschaft für humanes Sterben e.V.(DGHS), Augsburg
• Dr. Svenja Flaßpöhler
freie Autorin, Berlin
• Moderation: Thomas Brackvogel
Geschäftsführer Südwest-Presse Ulm
Eintritt frei
Märchenlesung mit Musik
Nikolauskapelle, Neue Straße 102
20.30 Uhr
„Der Tod ist in der Welt“
Märchen und Lieder erzählen in den verschiedensten Kulturkreisen
von Sterben und Tod, von Trauer, vom Verdrängen, aber auch vom
lustvoll ausgetricksten Tod. Alle sagen uns, der Tod gehört zum Leben.
Märchen aus verschiedenen Kulturen trägt der Ulmer Märchenerzähler
Nikolaus „Kolja“ Kolleth vor. Monika Bothe begleitet ihn auf dem
Akkordeon mit verschiedenen Volksliedern.
Eintritt frei, Spenden zu Gunsten des Hospiz Ulm e.V. sind erwünscht.
Begleitend zu den Ulmer Denkanstößen werden im Stadthaus
Kinderbilder aus dem Stuttgarter Hospiz gezeigt.