Aktuelles:

Die Videos zu den Denkanstößen sind jetzt unter eUDA online.


Hier können Sie das Manuskript von Frau Pipers Vortrag einsehen.


HIER finden sie die aktuellen Artikel über die Denkanstöße(aktualisiert am 18.03.2014)

 


Die 7. Ulmer Denkanstöße finden unter dem Titel:

"Zwang zum Glück? Wertewandel in der Erlebnisgesellschaft"

vom 12.-15. März 2014 statt.

Vortragende sind u.a. Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Hellmuth Karasek und Joey Kelly.

 

 

 

 

 

7. Ulmer Denkanstöße
Projekt der Sparda-Bank Baden-Württemberg eG,
der Universität Ulm / Humboldt-Studienzentrum für Philosophie und Geisteswissenschaften
und der Stadt Ulm/Abt. Kultur

Schirmherrin ist Prof. Dr. Annette Schavan, MdB

Veranstaltungsort: Ulmer Stadthaus

Datum: 12. - 15. März 2014

 

Die 7. Ulmer Denkanstöße sind dem Thema "Zwang zum Glück? Wertewandel in der Erlebnisgesellschaft" gewidmet und finden vom Mittwoch, den 12. bis Samstag, den 15. März 2014 statt.

 

Friedrich Nietzsche und Georg Simmel charakterisieren den modernen Menschen als einen, der unablässig auf der Jagd nach Erlebnissen ist. Erlebnishungrig jagt er von einem Event zum anderen, um aber sein gesteigertes Erleben nie befriedigen zu können. Der Soziologe Gerhard Schulze hat den Begriff des „Erlebnissens“ in eine umfassenden Theorie näher gefasst: Es geht nicht mehr um Erhaltung des Lebensstandards sondern vornehmlich um die Suche nach subjektiver Befriedigung. Statt Knappheit und Bedrohung wie in früheren Jahrhunderten hat der moderne Mensch eine große Fülle an Optionen, um sein Leben sinnvoll zu gestalten. Kann aber der Mensch immer wissen, was ihm gut tut? Je mehr Optionen der Mensch hat, um so einem größeren Entscheidungs-druck ist er ausgesetzt. Diese vieldiskutierte Individualisierung wird ausgenutzt. Ein immenser Erlebnismarkt entsteht und boomt. Jede Veranstaltung wird zum Event, alles soll pure Unterhaltung sein, auf die Arbeit folgt die After-Work-Party, die Erlebnispädagogik boomt, selbst das Fernsehen bietet nur noch Infotainment. Alles wird zur bloßen Show. Vor allem das eigene milieuspezifische Erleben in Großgruppen greift um sich, werden dort doch bestimmte Rituale und Inszenierungen gebraucht, um eine Art rauschhaftes Erleben zu kanalisieren, siehe Fußball, Wiesenspektakel; Happenings etc.  Der Zwang zum Glück in der Masse? Lassen sich Erlebnisse derart programmieren und überfordern sie nicht das Subjekt? Ist die Jagd nach dem Glück nicht eher ein Indiz dafür, dass wir auf der Suche nach dem Sinn sind?

Nicht von ungefähr werden Stimmen zur Entschleunigung laut, slow down heißt die Devise und sogar die Philosophie fordert das Ende der Diktatur des positiven Denkens. Auch das Unglücklich sein, die Melancholie, die durchstanden werden müssen, gehören zum Leben. Die wahre Herausforderung des Lebens ist auch der Umgang mit den Schattenseiten des Glücks, nicht zuletzt ist die Rede von einer Reaktivierung der Tugendethik: Leben ist immer gelingendes Lebens und das ist nur in Übereinstimmung mit sich selbst zu finden, dazu gehört die Tugend des Maßhaltens. In der Verantwortung für dem Einzelnen und die Gesellschaft.